Der Zufall in der Literatur

Wintersemester 2026/27

Was für ein Zufall! Genau in diesem Semester wird genau dieses Seminar zum Thema „Der Zufall in der Literatur“ angeboten, was genau in den Modulplan passt, und genau dazu gibt es zufällig genau diesen Text, den Sie zufällig genau jetzt lesen. So viele Zufälle! Das kann ja wohl kein Zufall sein. Aber was dann? Schicksal? Fügung? Synchronizität? Serendipität? Paranoia? Glück? Pech? Oder doch gar nichts Besonderes? So viele Seminare werden in dem Modul schließlich auch nicht angeboten. Und zu dem Thema ist das sicher nicht das erste. Außerdem passt es vielleicht eh nicht, weil im Zweitfach zufällig ein Pflichtkurs parallelliegt. Tja, dann also doch kein Zufallsseminar. Sondern zufällig etwas anderes. Im Studium, Leben, Universum. Oder nicht?

Um zu ermessen, wie zufällig oder nicht zufällig etwas objektiv ist, müsste man alle zugrundliegenden Determinationen und Indeterminationen des Zustandekommens des betreffenden Geschehens kennen. Wenn Roger Penrose aber halbwegs richtig und die Anzahl möglicher Realwelt-Konfigurationen seit dem Urknall um die 100.000.000.000123 liegt, hat darüber kaum jemand den Überblick. Deshalb scheint es ratsam, ‚Zufall‘ stets in Relation zu den Bedingungen zu sehen, unter denen jemandem etwas als zufällig erscheint. Wenn man in einem Hotelzimmer an der Wand ein tiefblaues Bild vorfindet und dazu sonst keine Informationen hat, mag man das für puren Zufall halten. Oder glauben, dass die Illuminaten oder die Grünen es dort hingehängt haben. Oder statistisch kalkulieren, wie sich der Farbkreis bei Normalverteilung ebenso monochromer Bilder über die anderen Hotelzimmer erstreckt. Weiß man dagegen, dass die Hotelbesitzer Yves-Klein-Fans sind, und wer das war, wirken Bild und Farbe kaum mehr zufällig, sondern erwartbar, wo nicht unvermeidlich.

Als zufällig erscheint somit, was eine jeweilige Beobachtungsinstanz nicht kausal begründen kann, obwohl es nicht gegen einschlägige Kausalprinzipien verstößt, also weder als Wunder (wider die Naturgesetze) noch als Paradox (wider die Logik) auftritt. Mit anderen Worten: alles, was ohne weiteres so sein kann, wie es ist, aber genauso gut auch anders sein könnte. Dass die Beobachtungsposition dabei eine distinkte Rolle spielt, wird in der Relativität der Paralleleinsicht prägnant: Während für mich gerade ‚zufällig‘ die Sonne scheint (oder ein Gewitter tobt), ist das für die Leute in der meteorologischen Beobachtungsstation schon lang kein Zufall mehr, sondern sehr gut zu erklären. Und sobald sie es mir mitteilen, verliert sich, wenn ich der Erklärung folge, auch für mich der Zufallseindruck. Dafür erscheinen ihnen vielleicht andere Dinge als zufällig (etwa das Tagesangebot in ihrer Kantine), für die wiederum ich vielleicht (etwa als Koch dort) die Erklärung habe.

Bei den Gewinnzahlen im Lotto, die allen jederzeit gleich zufällig erscheinen, treten dagegen andere Differenzen deutlicher hervor: erstens die zwischen allgemein bestbewährbarer Erklärung (hier: statistischer Wahrscheinlichkeitsabschätzung) und privatmythischer Ursachendeutung, denn auch der Lottochecker, der ‚das Spiel durchschaut‘ hat und nach seinem eigenen unfehlbaren System tippt, ‚hat‘ subjektiv die ‚richtige Erklärung‘ (nur auf Dauer immer größere Mühe zu erklären, warum er nicht öfter gewinnt als andere); und zweitens die Differenz zwischen wirklichem und machiniertem Zufall, denn jemand, der die Lottoziehung still manipulieren kann, hat naturgemäß eine Erklärung für die Zahlen, mit denen er ‚rein zufällig‘ gewinnt. Nur wird er über deren Nicht-Zufälligkeit tunlichst so leise bleiben wie das allgemeine Zufallsrauschen insgesamt.

Auffällig und damit thematisch wird die Zufallsfrage nämlich in der Regel erst, wenn ein Geschehen entweder als markant strukturierter (‚geordneter‘, ‚geplanter‘, ‚absichtsvoller‘, ‚unzufälliger‘) oder als markant unstrukturierter (‚chaotischer‘, ‚beliebiger‘, ‚kontingenter‘) erscheint als durchschnittlich erwartet und allgemein gewohnt. Wenn z.B. tausend Leute gleichzeitig eine Sechs würfeln (Chance: 1 zu 61000), wirkt das ‚wie ein Wunder‘. Denn es ist zwar nicht unmöglich, aber doch so unwahrscheinlich, dass man unwillkürlich sagen würde: ‚So ein Zufall? Das kann nicht sein! Da steckt doch was dahinter!‘ Geht man dagegen umgekehrt etwa als jemand, der aus einem kleinen Ort kommt und gewohnt ist, Leute, die man auf der Straße trifft, zu kennen, durch eine Großstadt zwischen Tausenden von Unbekannten, drängt sich der Eindruck auf: ‚Es ist bloßer Zufall, wer hier gerade vorbeikommt und wer nicht, ebenso gut könnte es jede/r andere sein. Und genauso zufällig sehen die anderen auch mich!‘ Taucht dann unversehens doch ein Bekannter auf, springt der Zufälligkeits-Detektor – anders als beim selben Vorkommnis im Heimatdorf, wo es viel wahrscheinlicher erschiene – gleich an den anderen Pol: ‚Wahnsinn! Was machst du denn hier? Was für ein Zufall, dass wir uns hier treffen!‘

In der Literatur ist die Zufallslage auf der Inhaltsseite, d.h. bezüglich der erzählten Welt, auf den ersten Blick genauso wie in der primären. Allerdings kann die Welt dort ziemlich anders eingerichtet sein als die, die aktuell im Schnitt für wirklich gilt. Wenn in einem Roman z.B. jemand zaubern, in die Zukunft sehen oder durch ein Wurmloch schlüpfen kann, oder alles von einer transzendenten Vorsehung oder einem allumfassenden Kausalprinzip beherrscht und demgemäß vorherbestimmt ist, ändert sich natürlich auch, was dort als Zufall gelten und erfahren werden kann. Weltentwurfsinterne und weltentwurfsexterne Perspektive treten dann charakteristisch auseinander.

Ein ‚Deus ex Machina‘ etwa, der (im antiken Drama buchstäblich und später metaphorisch) in verworrenen Handlungssituationen plötzlich auftaucht, um alles zu klären, ordnen, lösen, wirkt vom Inneren der durch ihn repräsentierten Ordnung her betrachtet wie deren notwendige Quintessenz, von außen dagegen ‚unmotiviert‘, als billiger Trick oder Verlegenheitslösung. Wenn z.B. in der klassischen Krimi-Genrewelt einer Agatha Christie ihr Superdetektiv Hercule Poirot am Ende wieder einmal anhand einer unfassbaren Schlussfolgerungskette aus unscheinbarsten und zuvor total zufällig anmutenden (wiewohl beim geübten Krimischmökern immer schon als vielleicht doch nicht so zufällig mitgelesenen) Indizien aufdeckt, wer unter den zum Finale zufällig komplett versammelten Verdächtigen warum der Mörder ist, wirkt das für Fans vollkommen stimmig, während es z.B. aus der Realperspektive polizeilicher Arbeit um 2026 als ausgemachter, weil ausgedachter Unterhaltungsquatsch erscheint, der mit Kriminalermittlung ungefähr so viel zu tun hat wie ein Fußballspiel mit hundert ‚Zufallstreffern‘ für dieselbe Mannschaft mit solidem Sport. Indes ficht das Agatha Christie, ihre Erzählinstanz, ihren Protagonisten und ihre treue Leserschaft nicht an, denn sie ‚wissen‘ – früher oder später – einfach mehr als die übrigen Figuren oder Außenstehenden, die die innere Logik des Geschehens nicht begreifen (wollen) und sie daher entweder für ‚höheren Zufall‘ oder zufallsblinde Schattenboxerei halten.

Analoge ‚Zufallsballungen‘ begegnen traditionell im Vorfeld einer Anagnorisis. Zwar verliert sie ihre Wirkung tendenziell auch aus der Außensicht nicht ganz, doch mutet die zugrundeliegende Geschehnisbasis schon oft etwas hanebüchen an. Denn Hand aufs Herz: Dass jemand etwa unwissentlich den eigenen Vater tötet und dann ebenso unwissentlich die eigene Mutter heiratet und mit ihr Kinder zeugt, ist – wenn man die Orakelsprüche, die das Geschehen um Oedipus antreiben, und die metaphysischen Rahmenbedingungen der altgriechischen Mythenwelt, in der das Ganze spielt, nicht kennt – ja schon ein Riesen-Zufallspech, oh Mannomann. Aber so konstruiert der Fall des Thebenkönigs auch erscheint, ist man vielleicht trotzdem bewegt, wenn er seinen tragischen Fauxpas (infolge vieler weiterer zweifelhafter Zufälle) schließlich erkennt und grausam sühnt. Die Differenz von äußerer und innerer Zufallsauffassung wird dann freundlich ausgeblendet, bleibt jedoch bestehen.

Je enger die erzählte Welt des Textes oder eines anderen Repräsentationsmediums dagegen an die (für) real(gehalten)e der Lesenden bzw. Rezipierenden heranrückt, d.h. je weniger sie aus deren Sicht durch religiöse, weltanschauliche oder generische Rahmenbedingungen und Verabredungen anders prädeterminiert erscheint als die je eigene, desto geringer und damit auch schwerer zu erkennen wird die geschehnis-inhaltliche Zufallsdifferenz. Indes tritt gerade mit deren Schwinden umso deutlicher der grundsätzliche formale Unterschied zwischen real geschehenden Zufällen einerseits und erzählten oder sonst fiktional repräsentierten andererseits hervor. Denn so schwer es fallen wird, in der realen Welt bis zu deren Ende ohne Trickbetrug tausend Leute gleichzeitig eine Sechs würfeln zu sehen, so leicht schreibt es sich in einen Roman hinein – so wie auch alles andere, sofern es einem einfällt und sonst nichts dagegenspricht. Mögen Autoren auch noch so glaubwürdig beteuern, dass sie beim Schreiben oft nicht wüssten, wie es weiter- oder ausgeht, dass ihre Figuren ein Eigenleben führten und ihre Geschichten sich von selber schrieben: Bei allem, was man in den fertig produzierten Büchern, Filmen, Hörspielen usw. liest, sieht, hört etc., haben allein die Herstellenden am Schluss alles entschieden, alle Fäden selbst gesponnen, alle Schicksale besiegelt und alle Lottokugeln selbst gezogen, ganz gleich, ob das in der eigengenerierten Handlungswelt und an den selbstkreierten bzw. aus der Realität und/oder Tradition -kooptierten Charakteren bei Vollbewusstsein inbrünstig exekutiert oder aus höheren bzw. inneren Medienkanälen ‚willenlos empfangen‘ und dann billigend in Kauf genommen wurde. Ergo verantworten die Fiktionswelt-Schöpfenden auch alle darin vorkommenden Zufälle und Nicht-Zufälle dergestalt, dass diese dort nie wirklich welche sind – es sei denn aus Versehen, etwa weil man beim Schreiben eine selbsterfundene Figur im Lift des selbsterfundenen Hochhauses vergessen hat, das man hundert Seiten später einstürzen lässt, ohne daran zu denken, dass diese noch darin steckt, was dann sowohl für die Figur wie für den Text ein ausnahmsweise unbeabsichtigter, aber auch eher blöder Zufall ist – den man, wie jeden, gleichwohl wieder hinterfragen kann, hier vorzugsweise (tiefen)psychologisch.

Mit dem Bewusstsein für das grundsätzliche Hergestellt-Sein fiktionaler Zufälle wird die Analyse freilich noch komplexer, denn jetzt geht es nicht mehr nur darum, was sich an über- oder unterstrukturierten Zufälligkeiten in der Handlungswelt ereignet, und darum, wie und ob sich die Figuren das jeweils (nicht) erklären können, sondern auch darum, wie die – nun nicht mehr gehaltlich oder generisch vorab eingehegte, sondern nominell frei (sprich hier: beliebig) operierende – Instanz, die die fiktiven Figuren und Geschehnisse so konzipiert hat, dies verstehen und erklären zu können meint. Im Zuge der allmählichen ‚Entzauberung der Welt‘ entsteht so eine große Bandbreite an Zufallsgraden, -stadien und -effekten, die nur am Einzelfall sowie in Reflexion aller jeweils beteiligten Produktions-, Erzähl-, Diegese- und Perzeptionsinstanzen zielführend zu untersuchen ist.

Damit verliert die literarische Bearbeitung des Zufalls (dem dieses Wort im Deutschen erst ab ca. 1700 zufällt) aber keineswegs an Fahrt, im Gegenteil: Auf der Inhaltsebene schlagen sich sowohl die Entwicklung und lebensweltliche Implementierung der Wahrscheinlichkeitsstatistik (in Schüben ab ca. 1800) als auch gesteigerte Kontingenzerfahrungen im Gefolge der sozialen und technischen Modernisierung nieder. So kann etwa die Schilderung ‚zufälliger‘ Details schon im poetischen Realismus und noch mehr im modernistischen Hyperrealismus (etwa des Nouveau roman) zum Marker des Realen werden: Der Schal ist blau, nicht grün und auch nicht gelb; oder auch gelb, dann aber nicht blau oder grün, wobei es eben darauf ankommt, dass es auf die Farbe gar nicht ankommt, sondern nur darauf, dass sie bestimmt ist, ohne Bestimmtes auszudrücken. Denn ihre Angabe dient einzig der Versicherung, die darstellte Welt sei so mannigfaltig wie die echte – was sie als schriftrepräsentierte zwar nie wirklich sein, im Lesefluss aber durchaus wirksam behaupten kann. Gelingt es zudem noch, diese (Beliebig-also-)Wahrzeichen im Text anscheinend unwillkürlich zu platzieren, so wie etwas, das nur zufällig mit auf dem Foto ist, entsteht eine Art künstliches Zufallsrauschen, wie es auch in anderen Medien kultiviert wird, etwa in Form willentlich veranlasster Punctum-Akzidenz-Wahrnehmungen im Film.

Parallel gibt es im Modernismus zunehmend Versuche, den Zufall auch formal, d.h. auf perzeptions- und/oder produktionstechnischer Ebene zu integrieren und zu markieren. Anknüpfend an kombinatorische Konzepte älterer Epochen finden reale Möglichkeitsverzweigungen so – mehr oder wenige radikal – Eingang in die Werkform und -genese: von Büchern, die bewusst keine feste Reihenfolge vorgeben, sondern sie der (Zufalls-)Wahl der Rezeption anheimstellen oder solche gar erzwingen (etwa per Verteilung der Textstücke auf ungeordnete Karten in einer Buch-Box), über die kontrollierte Einbindung zufälliger Entscheidungen (etwa durch Münzwurf, das I-Ging etc.) in den Produktionsprozess bis hin zu dessen demonstrativer Totalüberantwortung an den Zufall wie in einigen Werk- und Aktionszweigen des Dadaismus, des Surrealismus, der Wiener Gruppe oder bei OULIPO, sowie programmatisch schillernd motiviert im Cut-Up.

Die so entstehenden Hervorbringungen sind nicht nur in ihrer materialen Alterität und Kühnheit, sondern auch darin aufschlussreich, dass sich an ihnen teils die Grenze konturiert, an der ästhetische Indienstnahmen des Zufalls sich dem allgemeinen Zufallsrauschen (wieder) annähern, in Reinform etwa als nöqr+pü     345gj+bd ämödfj (= zufälliges Tastaturgeklimper), das auch Avantgardisten nicht auf Dauer lesen oder ihren oft sehr zielstrebigen, de facto wenig Souveränitätsabgabe zulassenden Intentionen überordnen wollen – zumal gerade der, die Kontingenz der Welt zu zeigen oder sie zu überlisten, wie in William Burroughs’ Grundsatzfrage „How random is random?“ raunend annonciert.

Mediengeschichtlich erhält die Beschäftigung mit dem Zufall in der Literatur jüngst noch dadurch eine weitere Dimension, dass kraft der seit 2022 auch öffentlich eskalierenden Big-Data-Transformation der Medientechnik die Zufallskarten gerade auch in der Kulturwelt spürbar neu gemischt werden. Großmaßstäblich und weitgehend unreguliert werden dabei statistische Emulationen ehemals unzufälliger, sofern menschlich intendierter Medienerzeugnisse mit der Kulturevolution rückgekoppelt bzw. kurzgeschlossen. Dadurch wird die traditionelle menschliche Einschätzungskompetenz, was etwa an einem literarischen Text individuell verantwortet und was daran Erhebungskorpus- bzw. Generierungszufallsrauschen ist, abrupter und in höherem Maß herausgefordert als schon bei früheren Kulturtechnik- respektive Produktionsautomatisierungsschüben (Buchdruck, Fotografie, Sampling etc.) und droht so vielerorts zumindest temporär zu erodieren.

Insofern ist bzw. verfährt das Seminar in dem Sinne historisch, dass es seine mediale Gegenwartsverortung zwar konstatieren und reflektieren, nicht aber auf dem erforderlichen technischen und theoretischen Niveau analysieren kann (so wie die Zauberlehrlinge der Digitalstatistik auch selbst immer weniger). Ganz traditionell, doch umso entschiedener muss es daher in einer ersten Phase darum gehen, sich an elementaren Beispielen gemeinsam klarzumachen, wo und in welchen Typen Zufall greifbar wird, um dann in Expertisengruppen einzelne seiner epochal und medial repräsentativen Gestaltungen zu erkunden und miteinander in Relation zu bringen.

Ob wir bei der Beispieltextauswahl und Expertisengruppenbildung alles oder nichts dem Zufall überlassen, bestimmen wir zu Seminarbeginn gemeinsam selbst.

 

 

Literatur:

Allgemeine Einführungen:

Hehl, Walter: Der Zufall in Physik, Informatik und Philosophie: Zufall als Fundament der Welt. Wiesbaden/Heidelberg: Springer Vieweg 2021.

Heinrichs, Florian: Algorithmen, Zufall, Unsicherheit – und Pizza!: Wie Mathematik uns hilft, alltägliche Entscheidungen zu treffen. Berlin: Springer 2024.

Stefan, Klein: Alles Zufall. Die Kraft, die unser Leben bestimmt. Reinbek: Rowohlt 2005.

 

Poetik des Zufalls:

Kermani, Navid / Wyss, Ulrich: Über den Zufall: Jean Paul, Hölderlin und der Roman, den ich schreibe; Frankfurter Poetikvorlesungen. München: Hanser 2012.

Lem, Stanisłav: Philosophie des Zufalls. Zu einer empirischen Theorie der Literatur.(1983/85). Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1989.

Ploog, Jürgen: Strassen des Zufalls. Über W.S. Burroghs. Berlin: Galrev 1998.

Spoerri, Daniel / Williams, Emmett / Schäfler, Andreas / Filliou, Robert / Roth, Dieter /Topor, Roland: Anekdoten Zu einer Topographie des Zufalls: Enthaltend die mit Hilfe von Daniel Spoerris (D.S.) gutem Freunde Robert Filliou aufgezeichnete französische Originalversion und sas Anekdotenallerlei seines guten Freundes Emmett Williams (E.W.) Aus der amerikanischen Version, alles übersetzt und mit weiteren Anekdoten angereichert von seinem ebenso guten Freunde Dieter Roth (D.R.), versehen mit den Zeichnungen seines guten Freundes Roland Topor, vermehrt um weitere Materialien und Anmerkungen anläßlich der englischen und der deutschen Neuausgabe. Hamburg: Ed. Nautilus 1998.

 

(Zufallsauswahl möglicher) Quellen:

Borges, Jorge Luis: Die unendliche Bibliothek. Erzählungen. Zürich: Kampa 2026.

Bayrhoffer, Johannes: Der glückliche Zufall: Ein Schauspiel für Geizige in drey Aufzügen. Frankfurt a.M./Leipzig: Bayrhoffer 1777.

Vulpius, Christian August: Zufall und Laune: Ein Lustspiel in einem Aufzuge. Prag/Leipzig: Albrecht 1794.

Wolf, Ror: Mehrere Männer – vierundachtzig ziemlich kurze Geschichten, zwölf Collagen und eine längere Reise. Frankfurt a.M.: Frankfurter Verlagsanstalt 1992.

 

Forschung:

Bialik, Włodzimierz: Die Ästhetisierung der Kategorie des Zufalls im deutschsprachigen Roman des 20. Jahrhunderts. Poznań: Wydawn. Naukowe Uniwersytetu im. Adama Mickiewicza w Poznaniu, 1978.

Blank, Juliane / Kazmaier, Daniel (Hg.): Zeitlose Zeitdeutungen: Schicksalshaftigkeit und Zufall in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Baden-Baden: Ergon Verlag 2022.

Böhme, Hartmut / Röcke, Werner / Stephan, Ulrike C. A (Hg.): Contingentia: Transformationen des Zufalls. Berlin/Boston: De Gruyter 2016 (= Transformationen der Antike; 38).

Graevenitz, Gerhart von / Marquard, Odo / Christen, Matthias (Hg.): Kontingenz: Kolloquium der Forschungsgruppe „Poetik und Hermeneutik“, Die Forschungsgruppe „Poetik und Hermeneutik“ 17. Kolloquium vom 19. Bis 24. September 1994 in Bad Homburg. München: Wilhelm Fink Verlag 1998.

Holeczek, Bernhard: Zufall als Prinzip: Spielwelt, Methode und System in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Heidelberg: Braus 1992.

Köhler, Erich: Der literarische Zufall, das Mögliche und die Notwendigkeit. München: Fink 1973.

Kraft, Stephan. Optimistische „Endspiele“: Vom Nutzen des Zufalls in Spiel und Komödie. Würzburg: Universität Würzburg 2022.

Nef, Ernst: Der Zufall in der Erzählkunst. Bern: Francke 1970.

Pflaumbaum, Christoph / Rocks, Carolin / Schmitt, Christian / Tetzlaff, Stefan (Hg.): Ästhetik des Zufalls: Ordnungen des Unvorhersehbaren in Literatur und Theorie. Heidelberg: Winter 2015.

Renard, Fredrik: Arbeit Am Zufall: Die Formierung des modernen deutschen Romans im 18. Jahrhundert. Berlin: Metzler 2021.

Steglich, Dana / Vijayakumaran, Jana (Hg.): Literarische Aleatorik: zur Form- und Rezeptionspoetik von Zufallstexten. Bielefeld: transcript 2024.